zur homepage
| Filme | Ausstellungen | Vita | Kontakt

Am Grunewaldsee - danach

Karin Bandelin hat in Ihrer Auffassung des Themas "Am Grunewaldsee - danach" Atmosphären eingefangen, wie sie hätten auch im 19. Jahrhundert an einem Frühherbsttag auf die Menschen gewirkt haben können: subtile Lichtwechsel im Laub, langsam vorbeiziehende Wolken, tanzende Blätter, das Spiel des Schilfs am Ufer, das glitzernde Wasser…

Die fünf Videobilder zeigen in sogenannten Loops, also unendlich, wenn man sie nicht unterbricht und zum nächsten übergeht, verschiedene Ansichten des Grunewaldsees, stille Bilder mit der Liebe für Details, eine Art minimalistischen Realismus, wie wir ihn in der deutschen Kunst bei frühen Meistern wie Hieronimus Bosch, Dürer usw. schon finden, in der Literatur orientiert sich dieser Blick hin zu den frühen Realisten wie Flaubert, Maupassant und natürlich Fontane – und da sind wir wieder bei Leistikow, dessen Sujets wir auch gut als Illustrationen zu "Effi Briest" oder zum "Stechlin" auffassen könnten.

Warum "Am Grunewaldsee – danach"? Was ist den Berliner der Grunewaldsee? Nach Auffassung von Karin Bandelin handelt es sich hier um einen zentralen Punkt im kollektiven Bewusstsein der Stadt, man geht an den Grunewaldsee ebenso zum Auslüften nach einer Party wie zur Rekonvaleszenz, zum Wiedergutmachen für den Hund, wenn er länger nicht rausdurfte wie zur eigenen körperlichen Ertüchtigung , wenn diese versäumt wurde, und natürlich immer wieder "nach allem" zum Nachdenken, zum Kontemplieren, zur Innenschau – und so sind auch diese Videobilder angelegt, die Meditation über ein Berliner Energiezentrum als Video – nicht zuletzt sagt man in Berlin : "eine Runde um den Grunewaldsee" als Zeit- oder Energieeinheit.

| Sequenzen des Films ansehen